FANDOM


Montag, 17.04.2016 Bearbeiten

Morgen Bearbeiten

Ich schlug die Augen auf. Alles war wie immer. Das erste was ich sah war eine Steinwand aus grauen Ziegelsteinen und wenn ich den Blick schweifen ließ, sah ich eine Gitterstäbe aus Metall und ein winziges Fenster, dass ebenfalls mit Gitterstäben versehen war. Alles sah dunkel und dreckig aus und wirkte auf mich wie ein Keller oder ähnliches. Aber ein Keller wäre mir deutlich lieber gewesen. Ich setzte mich auf meinem knirschenden Bett hin und gähnte, wobei ich meine braunen Augen zusammenkniff. Dann stand chic ich mir mit der Hand meine braunen Haare aus dem Gesicht, bevor ich die Decke ans Bettende warf und aufstand. Wäre das hier etwas ganz gewöhnliches gewesen, hätte ich nun die Tür geöffnet und wäre gegangen. Aber es war nichts gewöhnliches. Das war der Jugendknast. Hier brachte man Leute hin, die Mist bauten, also Leute wie ich. Ich trete gegen die Wand. Wäre ich nur schneller gerannt! Wäre da nicht dieses dumme Frau mit dem Kinderwagen gewesen! Ich weiß, was ich getan habe war falsch, aber es war mein Problem und niemand muss mich deswegen hier reinstopfen. Ich habe Drogen genommen, und ich stehe auch dazu. Ich habe diesen Weg damals freiwillig gewählt und muss ich nicht rechtfertigen. Aber wie es mit Drogen eben ist, kann man sie irgendwann nicht bezahlen und Geld muss her. Bei mir war es nicht anders. Ich brauchte die Drogen, und so habe ich meine ehemaligen Mitschüler beklaut und letztendlich auch meine Familie. Aber keiner von ihnen hat es besser verdient, wie ich finde. Allerdings war ich immer ein Verdächtiger und ich wusste, dass wenn sie es wüssten, irgendwer mich anzeigen würde. Also fing ich an, Drogen zu verkaufen. Ich habe die Pflanzen in einem der Kellerräume gehabt und so ging es eigentlich ganz gut. Jedenfalls bis zu dem Tag, an dem irgendwer die Pflanzen alle entfernt hatte. Wie ich später erfuhr, war es meine Mutter. Sie weinte und bat mich, mit den Drogen aufzuhören, und mein Vater schlug mich. Ich war nicht verwundert, ich wusste, wie reagieren würden, schließlich wussten sie es nicht. In dieser Nacht war ich weggerannt und .... ich war auf dem Straßenstrich. Doch -zum Glück bevor etwas geschah- kamen Polizisten auf mich zu. Ich war weggerannt, was ja verständlich ist, aber ich rannte gegen eine Frau mit einem Kinderwagen und fiel. Sie schwappten mich und als sie erfuhren, dass ich an allem Schuld war, bin ich hier gelandet. Ein Räuspern reißt mich aus meinen Gedanken. Ich drehe mich um und sehe einen Mann mit einem Schutzanzug, der mich merkwürdig anlächelt. Ich gucke ihn kalt und ohne Emotionen an. Sein Lächln erstirbt und er sagt barsch: >>Komm mit. Frühstück. << Ich laufe zu ihm und lasse mir Handschellen anlegen. Ich bin diese Tortur gewohnt und sie machen alles einfach mit. Irgendwann werde ich es diesen Schweinen heimzahlen, dass weiß ich. Er führt mich durch mehrere Stockwerke, in denen alles gleich aussieht, bis auf die Insassen.

Er hält vor einem riesigen Saal an, der voller Tische und Stühle ist. Eine kleine Theke mit ..... ekelhaftem Essen steht dort bereit. Ich wurde in den Saal geschoben, der übrigens die gleichen Wände und Böden hat wie alles andere. Viele andere Jugendliche wie ich laufen durch den Saal, allesamt mit orangen Anzügen und einem Aufkleber mit einer Nummer auf der Brust. Ihre Schritte hallen herum und ihr Gemurmel und Gerede übertönte diese fast. Der Mann gibt mir einen Schuss in die Halle verschwindet dann, da überall Wachen postiert sind und uns keine Fluchtmöglichkeiten bieten. Ich laufe mit emotionslosen Blick zu der Theke und nehme mir eines der silbernen Tabletts, die am linken Ende aufeinander gestapelt sind. Damit laufe ich an der Theke entlang und suche nach etwas, was mir eventuell keinen Brechreiz beschert. Nach einiger Zeit befindet sich ein Apfel auf meinem Tablett. Ich lasse den Blick nochmal schweifen, in der Hoffnung etwas gutes übersehen zu haben, aber es gibt nichts außer braunen Bananen, matschigem Salat und Brot, dass hart wie Stein ist. Ich schlucke und gehe zu einem der Tische, wobei ich mir den aussuche, an dem nur ein weiterer Typ sitzt. Als ich mich setzte, richtet er seinen Blick auf mich. Er hat fast eine Glatze und harte Gesichtszüge, sowie einige Piercings. Ich schaue auch zu ihm, aber weder neugierig oder aggressiv, sondern einfach kalt. Ich weiß nicht, wieso ich nie eine Emotion zeigen möchte, aber in einem Jugendknast spielt das eh keine Rolle. Der Junge schluckt und sagt dann mit tiefer Stimme: >>Wer bist du? << Dann greift er zu einem Stück Brot und beißt davon ab. Mir entgeht nicht, wie er es mit brutalen Bissen zerkaut und mich dabei anblickt. >>Mein Name ist Hannibal, aber was geht dich das an?<< antwortete ich kalt und leicht herausfordernd. Der Junge verengt die Augen zu Schlitzen. >>Rede lieber nicht so mit mir, wenn du hier jemals wieder lebendig rauswillst, Hannibal. << Ich ballte die Hände zu Fäusten, als er meinen Namen verächtlich aussprach. >>Meine Rede. << sagte ich und grinste böse. Ich wusste, wie waghalsig diese Aktion war, aber ich wusste, dass ich es seelisch und körperliche fertig bringen würde, ihn schwer zu verletzen. Er wirbelte auf und donnerte die Hände auf den Tisch. Dann rückte er mit seinem Gesicht so nah an meines, bis wir keine Nasenlänge mehr voneinander entfernt waren. Ich roch seinen stinkenden Atem, aber meiner war wahrscheinlich auch nicht nicht besser,  bei den Hygienemöglichkeiten hier im Jugendknast. >>Hör mir mal zu, Hannibal. Ich glaube nicht, dass ein schwacher Typ wie du sich mit mir anlegen will. Was hast du bitte gemacht? Schule geschwänzt oder was? Weißt du was ich getan habe? Ich habe gemordet. << Ich bekam es schon etwas Angst, aber ich konnte das leicht verbergen. Ich schaute ihn weiter kalt an. Er rückte noch näher an mich ran. >>Und ich würde es nochmal tun, wenn du das möchtest. << Ich grinste ihn kalt an. Kurz schielte ich zu den Wachen hinüber, um sicherzugehen, dass jemand da war,  falls dieser Typ tatsächlich angriff. Er setzte sich zurück auf den Stuhl. Ich nahm meinen Apfel und biss hinein. Er schmeckte matschig und fad, aber meine Konzentration galt dem Jungen mir gegenüber. Ich schätze ihn auf etwa 17 Jahre, also war er 2 zwei Jahre älter als ich. Dennoch war er ungefähr genauso groß wie ich, allerdings hatte er viel mehr Muskeln, da ich was das anging sehr schmächtig war. Ich sah, wie er eine Dose verdrehte und wieder seinen Blick auf mich richtete. Dann murrte er: >>Was hast du verbockt?<< Ich schaute ihn weiter kalt an, ohne was zu sagen. Er machte ei Geräusch, dass wie ein Knurren klang. >>Ich habe Drogen verkauft und genommen. << meinte ich knapp. Das waren weder zu viel und leider auch nicht zu wenig Infos. Er nickte. >>Hör mir mal genau zu << sagte er dann plötzlich in einem weiterem, knurrendem Ton, >>Du holst dich wohl für stark und schlau, was? << Er kam mir schon wieder so nahe. Erneut wurde ich von Panik ergriffen, aber wie immer gelang mir meine eisige Emotionslosigkeit. Er spuckte mir beim nächsten Satz förmlich in das Gesicht. >>Bist du aber nicht!<< Dann schnellte er zurück an seinen Platz. Ich guckte ihn unbeeindruckt an, wobei meine Herz zu explodieren drohte. Dieser ....Junge, oder was er auch war, hatte echte Probleme. Er drohte mit Mord und Prügelei, nur wegen solchen Kleinigkeiten. Ich warf meinen Apfel in einen Mülleimer, bevor ich mit dem Tablet zu dem Stapel mit dem benutzen Geschirr kam, wo ich dieses ablegte. Ich spürte den brennenden Blick des Jungen auf mir, aber bemühte mich ruhig aus der Halle zu schlendern, obwohl ich gerne weggerannt wäre. Am Ende der Halle nahm mich einer der Wachen erneut in Handschellen, bevor er mich zu meiner Zelle führte. >>Wenn du dich hier prügelst, so wie als du frei warst, führt dass nur zu einem längeren Aufenthalt hier oder Jugendcamps auf Knastgrundlage. << sagte er plötzlich mit seiner tiefen, er mahnend Polizistenstimme. Ich erkannte ich sofort. Er war einer der Typen gewesen, die mich geschnappt hatten.  

Störung durch Adblocker erkannt!


Wikia ist eine gebührenfreie Seite, die sich durch Werbung finanziert. Benutzer, die Adblocker einsetzen, haben eine modifizierte Ansicht der Seite.

Wikia ist nicht verfügbar, wenn du weitere Modifikationen in dem Adblocker-Programm gemacht hast. Wenn du sie entfernst, dann wird die Seite ohne Probleme geladen.