FANDOM


Hoffnugs Träne Bearbeiten

In Hoffnungs Träne geht es um das Mädchen Finja , das seine Königin zu retten versucht . Das Tier das ihr in dieser Geschichte hilft ist ein Fabelwesen , das die Autorin erfunden hat . Es ist eine sehr seltene Vogelart , die sich beinahe nie von Menschen ansehen lassen . Eine Träne der Vernima kann jede Wunde heilen . Hoffnungs Träne ist eine (sehr) Kurze Geschichte von Broncekralle.

Viel Spaß beim Lesen :)

Hoffnungs Träne

Es war dunkel über dem Wald und der laue Abenwind bewegte die raschelnden Blätter der Bäume träge . In einem kleinen Dorf am Rande des Waldes herrschte helle Aufregung . Die Lichter in den engen Hütten aus Tierfellen flackerten und warfen tanzende Schatten auf den frostigen Boden . Die Bewohner der Hütten hasteten durch ihr Dorf und warfen sich Wörter im gehen zu . Auf einem Haufen aus Fellen und Federn lag eine junge Frau . Sie war mager und blass und silberne Haarstränen umrahmten ihr aufgezerrtes Gesicht wie ein Kranz . Die Frau trug ein Kleid das mit funkelten Edelsteinen und Federn geschmückt war . Einige Männer und Frauen knieten um sie herum und besprachen sich hektisch . Ein junges Mädchen betupfte die Stirn der Frau mit nassem Moos .

" Sie wird sterben wenn wir nichts tun ! " zischte ein grobgebauter Mann  in Leinenklamotten und schaute eine untersetzte Frau vorwurfsvoll aus kleinen schwarzen Augen an . Die Frau schüttelte den Kopf und graue Locken vielen ihr wippend in die Augen . " Ich wüsste nicht was wir noch tun sollen , Josua , die Königin wird sterben " murmelte sie . " Hast du denn alles Ausprobiert , Kinia ? " fragte eine dünne Frau beinahe bettelnd . Die kleine Frau seuftzte resigniert . " Ich fürchte schon " hauchte sie nur traurig und blickte auf die schlafende Frau in der Mitte der Versammlung hinab . Darauf hin herrschte Stille , nur das Mädchen mit dem Moos nahm zögernd die Hand der Königin . " Was sollen wir denn nur tun wenn sie stirbt " klagte sie und schaute zu den Erwachsenen auf . " Der Stamm der K'yini'la wird auch ohne die Führerin weiter existieren müssen " murmelte ein Mann , doch man hörte ihm an das er seinen eigenen Worten keinen Glauben schenkte .

"  Ich werde ein Heilmittel suchen ! " brauste das Mädchen plötzlich auf und bettete die Hand der ohnmächtigen Frau vorsichtig auf das Lager aus Tierhäuten . " Es ist sinnlos Finja " sagte die kleine Frau , die der Mann Kinia genannt hatte , und blickte das Mädchen sanft an . " Ich kenne keine Kräuter mehr die die Königin noch retten könnten " Das Mädchen blickte die ältere Frau wütend an . " Du wirst mich nicht abhalten Kinia ! Ich werde im Wald nach einem Heilmittel suchen " zischte sie mit Nachdruck und schüttelte so sehr den Kopf das ihre braunen geflochtenen Zöpfe durch die Luft flogen . Kinia erwiderte nach einer Weile : " Dann sei es so . Das Dorf zählt auf dich Finja " sagte sie traurig . " Pack Finja mein Buch der  Heilkräuter ein , Josua " wandte sich die untersetzte Frau an den Mann in Leinen . Er nickte knapp und eilte zu einer Hütte aus Tigerpelz . Die Zeit war knapp .Die Dorfbewohner eilten hin und her und wünschten Finja knappe Glückwünsche . Dann trat Kinia an sie heran und reichte ihr einen kleinen Beutel aus Kalbsleder . " Mögen die Geister mit dir sein " zischte sie und drückte Finja die Hand . " Viel Glück " Das Mädchen nickte knapp und nahm den Beutel entgegen . Sie hörte darin altes Pergament rascheln . Sie warf noch einen Blick auf die leblose Königin und rannte dann eilig auf den Wald zu .

Finja biss die Zähne zusammen und trat in die Dunkelheit der Bäume . Die Pflanzen zitterte als Finja eilig hindurch huschte . Sie rannte so schnell sie konnte durch die Dunkelheit bis sie zitternd inne hielt . Dort hatte sich doch etwas bewegt ! Panisch wandte Finja sich um und holte keuchend Luft . " Wer ist da ? " fragte sie stotternd . Das Mädchen erhielt keine Antwort . Ein Farnwedel wippte zur Seite und ein Stock zerbrach mit einem Knacken . Erschrocken zuckte Finja zusammen und sprang hoch als plötzlich eine dunkle Gestalt aus dem Unterholz brach . Ein Wolf ! " Hilfe " schrie Finja und stolperte rückwärts . Ein großer grauer Wolf umkreiste sie und zog seine Leftzen zu einem gewaltigen Knurren zurück . Geifer spritzte von seinem scharfen Zähnen und befleckte Finjas Gesicht . " Verschwinde " kreischte das Mädchen panisch und robbte Rückwärts . Der Wolf sträubte sein Nackenfell und trat langsam näher . Seine breiten Krallen klickten auf den Boden . Finja kauerte sich hilflos vor ihm zusammen und betete an alle Geister des Waldes das dieses Untier sie verschonen würde . Dann sah sie wie sich die Muskeln in den Hinterbeinen des Wolfes spannten und er zum Finalen Sprung ansetzte .Finja schloss die Augen und warte auf das unvermeidliche . Wenn ich sterbe , durchzuckte es sie wie ein Blitz , wer wird dann die Königin retten ?

Plötzlich hallte ein kehliger Laut durch den Wald und Finja riss ruckartig ihre Augen auf . Silbernes Licht erhellte die Dunkelheit und ein Straußen ähnlicher Vogel ging mit gespreizten Flügeln und gläsernen  Krallen auf den heulenden Wolf los . Unglauben blitzte in den goldenen Augen des Wolfes auf als der Schnabel des Straußenvogels sich in seine Kehle bohrte . Der Vogel lies die Leiche zu Boden fallen und blickte Finja aus goldenen Augen an . Diese rutschte ängstlich zurück . Wollte der Vogel jetzt etwa sie töten ? Sie sah wie seine Weiß geschuppten Beine mit den breiten durchscheinenden Klauen näher traten , bis der Vogel direkt vor ihr stand . Finja spürte seinen heißen Atem im Gesicht und schloss erneut die Augen . Plötzlich berührte etwas feuchtes ihr Gesicht . Regnete es etwa ? Fragte sie sich und schaute vorsichtig auf . Über ihr stand der Vogel . Seine geschwungenen Federn glitzerten und schimmerten wie flüssiges Silber und er blickte sie aus Gold gefärbten Augen an . Das Mädchen konnte in ihnen keine Bosheit erkennen , es wäre als blickte in die Seele ihres unverhofften Retters . Dann bemerkte sie das das Wesen , das aussah als wäre es einem Märchen entsprungen weinte . 

Ja , es weinte . Dicke Perlen , in allen Regenbogenfarben schimmernd tropften auf sie hinunter . Finja wusste nicht woher , aber sie verspürte den Drang die Tränen aufzufangen . Den Drang dieses unmögliche Erlebnis festzuhalten . Mit zitternder Hand holte sie den Beutel hervor und fing eine der glitzernden Tränen darin auf . Rette deine Königin , junge Finja , schien der Wind zu flüstern . Der Vogel blickte auf und Finja sah wie er seine riesigen Flügel entfaltete . Majestätisch hob das Wesen den Kopf und stieß einen krächtzenden durchdringenden Laut aus . Dann war er in den Weiten des Waldes verschwunden . Wie in Trance rappelte Finja sich auf , stieg über den leblosen Wolf und rannte so schnell sie konnte aus dem Wald hinaus . Die Tasche aus Leder hielt sie eng an sich gepresst . Im Dorf herrschte eine  bedrückende Stimmung . Wie ein dickes schwarzes Tuch schien sie über den Zelten zu hängen . Außer Atem stürmte Finja an den ersten Zelten vorbei auf das Bett aus Pelzen und Federn zu auf dem ihre Königin dem Tod entgegen sah . 

" Ich habe es Kinia ! " schrie sie und Hoffnung beflügelte sie . " Ich habe das was die Königin zu heilen vermag ! " Die untersetzte Dorfälteste mit den grauen Locken wandte ihr den Kopf zu . Sie kniete neben der blassen Frau mit den weiß Silber schimmerndem Haarkranz und betupfte die Stirn der Kranken mit Moos . Ein Lächeln breitete sich auf ihrem Gesicht aus und sie rutschte ein Stück zur Seite um dem Mädchen Platz zu machen . Aus den Hütten drängten tuschelnde Leute und bildeten einen Kreis um Finja und die Königin . Atemlos holte Finja den Beutel hervor , nahm das Buch heraus und legte es achtlos zur Seite . Dann neigte sie den Kalbslederbeutel  und etwas Silber glitzerndes tropfte heraus auf die Stirn der reglosen Frau . Das Dorf hielt den Atem an , doch nichts geschah . Entsetzen breitete sich in Finja aus und lähmte ihre Glieder . Sie war sich so sicher gewesen das die Träne  des Schimmernden Vogels die Königin retten würde ! Plötzlich fühlte sie eine Hand auf ihrer Schulter und wirbelte herum . Sie sah dierekt in  Eisblauen Augen die von Silbernem Haar umrahmt wurden . Die Augen der Königin ...